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TrianecT und KPN IoT beschleunigen die Schlaganfallversorgung mit dem intelligenten StrokePointer

Bei einem Schlaganfall zählt jede Minute. Es ist daher wichtig, dass Patienten so schnell wie möglich in das richtige Krankenhaus kommen. Aber welches ist das richtige Krankenhaus? Das hängt von der Art des Schlaganfalls ab. Bei einem schweren Hirninfarkt beispielsweise muss man in ein Zentrum gebracht werden, das auf Ballonangioplastie spezialisiert ist. Im Rettungswagen kann die Art des Schlaganfalls jedoch nicht festgestellt werden. Deshalb bringen Rettungswagen Patienten gemäß Protokoll immer in das nächstgelegene Krankenhaus. Sollte sich herausstellen, dass es sich nicht um das richtige Krankenhaus handelt, muss der Patient verlegt werden. Dadurch geht wertvolle Zeit verloren, was die Genesungschancen verringert. 

TrianecT möchte das ändern. In Zusammenarbeit mit dem Amsterdam UMC wurde der StrokePointer™ entwickelt. Dieses kompakte Gerät misst im Rettungswagen die Hirnaktivität und zeigt sofort an, ob ein schwerer Hirninfarkt vorliegt. Der Rettungswagen kann dann direkt zum richtigen Krankenhaus fahren. KPN stellt die Netzwerkverbindung bereit.

Von der Erkenntnis zur Innovation in der Schlaganfallversorgung

Wouter Potters, Mitgründer und CEO von TrianecT, erinnert sich noch gut an seine erste Beobachtung in seiner früheren Funktion als technischer Arzt: „Patienten kamen ins Amsterdam UMC, obwohl sie eine Stunde früher im richtigen Krankenhaus hätten sein können. Bei einem Schlaganfall zählt buchstäblich jede Sekunde. Das war schwer zu verkraften: Wir hätten es besser machen können, aber wir haben es nicht getan.“

Gemeinsam mit Ärzten, Forschern und Rettungssanitätern entwickelte TrianecT eine Lösung. Die Idee war, die Hirnaktivität im Rettungswagen zu messen, bevor der Patient das Krankenhaus erreicht. Mithilfe eines intelligenten Headsets mit acht Trockenelektroden ist das nun innerhalb von drei Minuten möglich – inklusive Messung und Datenanalyse. Ein Algorithmus analysiert die Hirnsignale und berechnet sofort das Risiko eines schweren Hirninfarkts. Keine komplizierten Handgriffe, sondern eine klare Information für den Rettungssanitäter.

Warum bei einem Schlaganfall jede Minute zählt

Nicht jeder Schlaganfall verläuft gleich. Bei einem leichten Schlaganfall kann ein Patient in der Regel schnell in einem regionalen Krankenhaus behandelt werden. Bei einem schweren Schlaganfall hingegen, bei dem ein wichtiges Blutgefäß durch ein Blutgerinnsel verstopft ist, sterben innerhalb kurzer Zeit zahlreiche Gehirnzellen aufgrund von Sauerstoffmangel ab. Seit 2015 ermöglicht eine revolutionäre Behandlung die Entfernung dieses Gerinnsels, die jedoch nur in spezialisierten Kliniken durchgeführt werden kann.

Derzeit verfügen Rettungskräfte nur über begrenzte Möglichkeiten, frühzeitig die Art des Schlaganfalls zu bestimmen. Sie befolgen daher das bundesweite Protokoll: Patienten werden immer zuerst in das nächstgelegene Krankenhaus gebracht. Doch nicht immer ist dies das Krankenhaus, in dem die richtige Behandlung, wie beispielsweise eine Ballonangioplastie bei einem schweren Hirninfarkt, durchgeführt werden kann. Dadurch geht etwa eine Stunde wertvolle Zeit verloren. „Unsere Berechnungen zeigen, dass jeder fünfte Patient, der dank dieser Zeitersparnis direkt operiert werden kann, anschließend nicht in ein Pflegeheim muss“, sagt Potters. „Das ist enorm.“ Für die Betroffenen, für ihre Familien und für die gesamte Versorgungskette.“ 

StrokePointer gibt Rettungskräften Sicherheit und Einblicke 

Der StrokePointer™ ist auch für die Rettungskräfte selbst ein Durchbruch. Monique Theunissen, wissenschaftliche Koordinatorin bei Witte Kruis Ambulancezorg, war eng in die Entwicklung und Erprobung der Lösung eingebunden: „Bisher mussten wir Entscheidungen meist aus dem Bauch heraus treffen, was zu Frustration führt. Man möchte helfen, hat aber nicht alle Informationen. Mit diesem Gerät haben wir endlich die Daten, um sofort die richtige Entscheidung zu treffen. Das gibt uns Sicherheit.“ Für uns, für Krankenhäuser und für den Patienten im Rettungswagen.“

Der StrokePointer™ wurde speziell für die hektischen Bedingungen in der Notfallversorgung entwickelt. Das Headset wird dem Patienten mit einer einzigen Bewegung aufgesetzt, während der Touchscreen den Rettungssanitäter Schritt für Schritt durch die Messung führt. Das Ergebnis liegt innerhalb weniger Minuten vor. „Es musste so einfach sein, dass jeder sofort damit arbeiten kann, ohne lange Schulungen“, erklärt Potters. „Es ist wie beim Defibrillator: Man muss kein Spezialist sein, um es zu bedienen.“ Bisher wurden im Rahmen wissenschaftlicher Studien über 1.500 Messungen durchgeführt, und die Ergebnisse zeigen eindeutig, dass schwere Schlaganfälle zuverlässig erkannt werden können.

Überall einsetzbar dank zuverlässiger 5G-Konnektivität

Die Stärke des StrokePointer™ liegt nicht nur im Headset, sondern auch in der Konnektivität. Rettungswagen sind in Städten, Dörfern und ländlichen Gebieten im Einsatz. Die Verbindung muss überall zuverlässig sein. Für TrianecT war KPN daher der ideale Partner. „Wir wollten eine einheitliche Lösung, die europaweit funktioniert. Mit der eSIM von KPN IoT können wir die Geräte während der Produktion einfach per Fernzugriff aktivieren, ohne physische SIM-Karten einlegen zu müssen. Das reduziert Zeitaufwand und Risiko enorm“, erläutert Potters.

Die Daten werden über eine sichere 5G-Verbindung an eine Cloud-Umgebung gesendet und können sofort mit Krankenhäusern und Notaufnahmen geteilt werden. So fügt sich der StrokePointer™ nahtlos in die digitale Versorgungskette ein.

Auf dem Weg zur europäischen CE-Zertifizierung

Der StrokePointer™ befindet sich in der finalen Testphase. Die CE-Zertifizierung wird voraussichtlich 2026 abgeschlossen sein, anschließend kann das Produkt flächendeckend eingeführt werden. „Der erste Meilenstein ist die CE-Zertifizierung im Jahr 2026, die es uns ermöglicht, das Produkt in Europa auf den Markt zu bringen. Danach streben wir die FDA-Zulassung für den amerikanischen Markt an“, so Coenraad Tamse, Vertriebsleiter bei TrianecT. „Unser Ziel ist es, dass jeder Rettungswagen mit einem StrokePointer™ ausgestattet ist, so wie ein Herzmonitor heute zur Standardausrüstung für Herzpatienten gehört.“

Der StrokePointer™ zeigt, was möglich ist, wenn Wissen, Technologie und zuverlässige Konnektivität zusammenwirken. Diese Innovation spart nicht nur Zeit, sondern erhöht auch die Genesungschancen und rettet Leben.

Wir freuen uns, mit unserer Vernetzung zu dieser wirkungsvollen Lösung für die Schlaganfallversorgung beizutragen. Wenn Sie wissen möchten, wie wir Sie unterstützen können, kontaktieren Sie uns.

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