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KPN vernetzt Brekr-Elektro-Moped

Das Moped der Zukunft kommt aus den Niederlanden, wo ein Start-up-Unternehmen in nur 18 Monaten das Brekr entwickelt hat, ein vernetztes Elektro-Moped. Vom Design über die Komponenten bis hin zu den intelligenten Funktionen und dem Geschäftsmodell ist das Brekr ein Musterbeispiel für Innovation. Und KPN hat es vernetzt.

Das Konzept hinter dem Brekr stammt von dem Unternehmer Niels Willems und seinem Partner Jasper Hagedoorn. „Wir erleben gerade den Übergang von Benzin in Richtung Elektrofahrzeuge. Das Design hat sich jedoch bisher nicht verändert: E-Mopeds und E-Motorräder haben alle eine Art Benzintank. Das macht keinen Sinn, denn eigentlich will man den Akku und den Schwerpunkt so niedrig wie möglich haben. Bei der Entwicklung des Brekr haben wir das Grunddesign verändert.“

Willems begann 2018 gemeinsam mit zwei technischen Experten und einem Designer mit der Entwicklung des Brekr. Das Design unterscheidet sich mit einem tief montierten Akku, großen Rädern und einem Aluminiumrahmen stark vom traditionellen Moped. „Natürlich ist ein Moped auch ein Lifestyle-Produkt und sollte ein attraktives Aussehen haben. Die interessante Geschichte von Mopeds und Motorrädern spiegelt sich sicherlich im Brekr wider.“

Diebstahlschutz und -Ortung

KPN hat das Brekr vernetzt. Das Moped enthält ein GPS-Modul, eine SIM-Karte und ist mit der Brekr-App verbunden. Die App gibt Einblick in bisherige Fahrten, den Standort und eventuelle Verdachtsmomente. „Im Falle, dass Ihr Brekr hochgehoben wird oder jemand dagegen stößt, erhalten Sie eine Benachrichtigung. Sie können auch einen Geofence um Ihr Zuhause einrichten. Wenn das Brekr den festgelegten Bereich verlässt, wissen Sie, dass jemand versucht, es zu stehlen.“

Jeder Roller-Besitzer weiß, dass dies ein reales Risiko ist. „In Amsterdam kann man mit Sicherheit davon ausgehen, dass Ihre Vespa innerhalb von ein oder zwei Jahren gestohlen wird“, sagt Willems. „Die Versicherungsprämien sind dementsprechend astronomisch hoch. Beim Brekr haben wir dafür eine Lösung gefunden. Wenn das Brekr gestohlen wird, drückt man einfach den Diebstahl-Knopf in der App und professionelle Ermittler werden sich sofort darum kümmern.“

Dieser Mechanismus hat sich als äußerst wirkungsvoll erwiesen. Teure Autos und E-Bikes mit ähnlichen Systemen werden oft innerhalb von 48 Stunden wiedergefunden. Zudem wirkt die Anti-Diebstahl-Funktion präventiv. „Ein Brekr zu stehlen, ist für den Dieb sehr riskant“, erklärt Willems. „Die Ermittler können die Arbeitsweise sowie den Abstell- und Bestimmungsort der gestohlenen Fahrzeuge orten. Deshalb ziehen es viele Kriminelle vor, das Brekr stehen zu lassen.“

Versicherung wird günstiger

Auch das Geschäftsmodell ist innovativ. Das Brekr wird direkt an Verbraucher verkauft, inklusive einem Jahr Konnektivität. „Danach kostet es 100 Euro für einen Zeitraum von drei Jahren. Aber die Anti-Diebstahl-Funktionalität bedeutet auch einen deutlichen Rabatt auf die monatliche Versicherungsprämie. Unterm Strich ist das für den Kunden wesentlich günstiger. Deshalb gehen wir davon aus, dass fast alle die smarten Funktionen nach dem ersten Jahr weiter nutzen werden.“

Auch bei Wartung und Versicherung stehen die Bedürfnisse des Kunden im Mittelpunkt. Willems: „Genau wie die Konnektivität sind das zusätzliche Module, die wir für das Brekr anbieten. Wenn ein Kunde zum Beispiel einen Wartungsvertrag abschließt, besuchen wir ihn entweder regelmäßig oder bei Bedarf.“

Die Versicherung wird vom ANWB (dem niederländischen Pendant zum ADAC) angeboten. Diese Organisation verfügt über umfassende Erfahrung mit innovativen Versicherungskonzepten. Sie arbeitet im Track&Trace-Bereich für Fahrräder bereits seit einigen Jahren mit KPN zusammen. Willems: „Wir erhalten eine Provision auf die Prämie, wollen aber an den Ersatz-Mopeds nichts verdienen. Deshalb halten wir den Preis für den Versicherer niedrig, wenn ein Brekr ersetzt werden muss. Kunden haben ab Versicherungsbeginn drei Jahre lang Anspruch auf ein neues Ersatz-Brekr.“

BREKR 09

Weniger Wartung nötig

Der teuerste Teil des Brekr ist der Akku. Das Fahrzeug hat Platz für zwei herausnehmbare Akkus mit einer Kapazität von jeweils 2,0 kWh. „Sogar unter nicht idealen Bedingungen kann man damit 100 Kilometer weit fahren“, sagt Willems. „Der Akku steckt voller technischer Highlights, wie einem fortschrittlichen Batteriemanagementsystem (BMS), das unter anderem vor Überladung, Kurzschluss und falscher Spannung schützt. Außerdem wird die Bremsenergie zurückgewonnen, was zu einer Energieeinsparung von 7 bis 15 Prozent führt und damit die Reichweite erhöht.“

Die Reichweite ist somit kein Grund mehr, sich für einen Roller mit Verbrennungsmotor zu entscheiden. „Außerdem braucht ein Brekr wegen des elektrischen Antriebs weniger Wartung“, erklärt Willems. „Es hat weniger bewegliche Teile und es werden keine Öle oder Filter verwendet. Und um es unseren Kunden noch einfacher zu machen, können sie Wartung und Reparaturen an einem Ort ihrer Wahl durchführen lassen, zum Beispiel zu Hause oder am Arbeitsplatz.“

Ein eigener Sound

Ein weiterer Vorteil: Elektrofahrzeuge verursachen keine Lärmbelästigung. „Das fährt sich zwar sehr angenehm, kann aber auch zu gefährlichen Situationen führen. Andere Verkehrsteilnehmer können Sie nämlich nicht hören“, erklärt Willems. „Das ist auch für den Fahrer selbst unangenehm. Radfahrer und Fußgänger vor Ihnen können Sie weder sehen noch hören. Da hilft dann nur noch schreien oder hupen. Das kann auch andere Verkehrsteilnehmer ganz schön nerven.“

„Deshalb haben wir dem Brekr einen eigenen Sound mit auf den Weg gegeben“, so der Unternehmer weiter. „Ein Shaker bringt eine Platte an der Unterseite des Mopeds in Schwingung. Das wirkt wie ein Lautsprecher und erzeugt ein elektrisches Motorengeräusch. Ein solcher Shaker ist viel weniger störungsanfällig als ein echter Lautsprecher mit Gummi und Papier. Der Sound folgt der Geschwindigkeit und dem Gashebel, genau wie bei einem echten Motor. Denn ein monotones Geräusch bringt nichts.“

Schnelle Markteinführung

Das Brekr ist ein komplettes E-Moped, aber das bedeutet nicht, dass die Entwicklung abgeschlossen ist. So wird die App um zusätzliche Funktionalitäten erweitert. Auf der Roadmap steht außerdem die Ferndiagnose. „Damit kann man technische Probleme aus der Ferne diagnostizieren und feststellen, ob es notwendig ist, einen Mechaniker vorbeizuschicken. Wir haben das Brekr technisch auch so eingerichtet, dass dies möglich ist.“

Wäre es nicht besser gewesen, diese Dinge vor der Markteinführung zu erledigen? „Wir haben uns bewusst dagegen entschieden“, sagt Willems. „Dies ist ein Wachstumsmarkt. Es gibt viele Konkurrenten in diesem Bereich. Eine kurze Zeit Time-to-Market ist daher entscheidend. In einem solchen Innovationsprozess muss man als Unternehmer genau abwägen, welche Funktionalitäten nicht sofort für den kommerziellen Erfolg erforderlich sind. Und das Brekr ist sein Geld am Ende mehr als wert.“

Es gibt noch eine weitere Erfahrung, die Willems gerne mit Unternehmern teilen möchte. „Wenn man sich profilieren will, muss man über den Tellerrand hinausschauen. Das ist unglaublich schwierig. Jeder Moped-Designer zeichnet zuerst zwei Räder und dann einen Benzintank. Das ist ein Automatismus. Aber man muss wirklich zu den Grundlagen zurückkehren: Was sind die Herausforderungen des Kunden und wie kann man sie lösen? Werfen Sie bei einem Brainstorming die verrücktesten Ideen nie sofort über Bord, sondern schauen Sie, ob ein brauchbarer Kern darin steckt.“

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